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Lichtenberger Methode

Die Lichtenberger Methode von Gisela Rohmert

Die Stimmig-sein-Methode® hat ihre Wurzeln in der Funktionalen Methode nach Gisela Rohmert, welche auch als Lichtenberger Methode, Lichtenberger Gesangspädagogik oder Lichtenberger Modell bekannt wurde.

Gisela Rohmert wiederum entwickelte mit der Lichtenberger Methode das Funktionale Stimmtraining weiter, welches in den achtziger Jahren in der Arbeitsgruppe um Professor Dr. Walter Rohmert (mit Mitbegründern wie Eugen Rabine) entstand.

Die Lichtenberger Gesangspädagogik ist eine systemische Methode, die die Selbstorganisation der Stimme über das Hören auf den Klang zur Grundlage hat:

Die Selbstorganisation der Stimme über Gesangsformanten und Vibrato

Über sogenannte Gesangsformanten oder Sängerformanten (Obertongruppen im Bereich um 3000, 5000 und 8000 Hz) und über das funktionale Stimmvibrato organisieren sich die an der Stimmfunktion beteiligten Faktoren wie Atmung, Haltung, Tonus und insbesondere Stimmlippenschluss und Anbindung der Resonanzräume von selbst.
Dies geschieht über eine Anregung und Stimulierung des Gehirns über hohe Frequenzen und über die vestibulären Reize des Vibratos auf das Aufmerksamkeitszentrum, die Formatio reticularis. Dieses wertet hohe Frequenzen und vestibuläre Reize (Gleichgewichtsreize und Rhythmen) als besonders wichtig und versetzt das Gehirn in eine besondere Wachheit (Vigilanz). Diese besondere Vigilanz wird an das Gamma-Nervensystem weitergeleitet. Dieses ist zuständig für die Feinmotorik bzw. Feinabstimmung von Muskeln. Somit kann sich im gesamten Körper leichter der für einen funktionalen Gesang wichtige „Eutonus“ einstellen also ein idealer Spannungsgrad der Muskeln. Muskuläre Abläufe wie die Abstimmung der Kehlkopfmuskeln untereinander, wichtige Funktionen wie Atmung und Haltung lassen sich über den Eutonus besser koordinieren. Es entsteht eine „funktionale Stimme“.

Zertifizierte Lehrerin der Lichtenberger Methode

Uta Feuerstein und Uta Himmelmann haben selbst 10 Jahre lang Kurse und Einzelunterricht in der Funtkionalen Methode nach Gisela Rohmert absolviert.

Uta Feuerstein hat auch die Ausbildung zur zertifizierten Lehrerin der funktionalen Methode nach Gisela Rohmert abgeschlossen. In ihrem Buch „Stimmig sein“ im Jahr 2000  hat sie eine gute und vor allem verständliche Zusammenfassung geschrieben und die Funktionale Methode nach Gisela Rohmert erstmals auf die logopädische Stimmtherapie übertragen.

Weiterentwicklung der Lichtenberger Methode zur Stimmig-sein-Methode®

Als Methodengründerinnen der Stimmig-sein-Methode®, die wir beide 10 Jahre die Lichtenberger Methode erlernt haben, sahen wir aber in der Vorläufermethode, der Funktionalen Methode nach Gisela Rohmert das Problem, dass der psychologische Aspekt ausgeklammert wurde bzw. die Psyche nur im Bereich von Archetypen von Jung eine Rolle spielt. Die individuelle Psyche findet in der Lichtenberger Methode keinen Platz.

Wir haben in der Stimmig-sein-Methode® aber einen entscheidenden weiteren Stimmordner entdeckt: die Eigenmacht. Denn wenn ein Mensch sich bedroht fühlt, wird die Schutzfunktion des Kehlkopfs immer die Stimmfunktion dominieren. Daher ist es wichtig, die Eigenmacht zu stärken, um die Stimme zu befreien. Die Eigenmacht stellte sich sogar als übergeordneter systemischer Ordner heraus.

Auch im Funktionalen Teil der Stimmig-sein-Methode® haben wir einige Weiterentwicklungen. Da wir viel Wert auf wissenschaftlich nachvollziehbare Erklärungsmodelle und eine ebenso ausgerichtete nachvollziehbare Stimmpädagogik geachtet haben, haben wir viele neue funktionale Übungen entwickelt, welche in den Ursprungsmethoden, der Lichtenbgerger Methode und dem Funktionalem Stimmtraining  fehlen. Auch die spezifische Übertragung auf die Stimmtherapie ist ein besonderes Verdienst der Methodengründerin Uta Feuerstein, welche aus langjähriger Erfahrung (Stimmtherapeutin seit 1996) entstanden ist.

Stimmprobleme nach Operationen im Halsbereich

Operationen im Halsbereich und Kehlkopftraumata können schwerwiegende Stimmprobleme verursachen.

Es gibt drei Möglichkeiten, warum Stimmprobleme nach einer Operation im Halsbereich oder nach einem Kehlkopftrauma auftreten können:

Bekannt ist im Bereich der Medizin in erster Linie, dass durch Operationen an der Schilddrüse der Nervus recurrens (nervus laryngeus inferior) geschädigt werden kann. Je nachdem, ob der Nerv durchtrennt wurde oder nur durch einen Bluterguss gequetscht bzw. durch die Operation gezerrt wurde, kann die dadurch entstehende Recurrenzparese reversibel sein oder zu einer dauerhaften Lähmung einer Stimmlippe oder beider Stimmlippen führen. Meist ist zum Glück nur eine Seite betroffen und man kann in der Logopädie den Stimmlippenschluss durch eine verstärkte Aktivierung der nicht gelähmten Seite wiederherstellen und somit eine Verbesserung der Stimmqualität oder sogar eine Reinnervierung der gelähmten Stimmlippe bewirken.

Da diese Schädigungen des Recurrenznerven insbesondere bei Strumaoperationen nie ganz auszuschließen sind, müssen Patienten, die sich einer Schilddrüsenoperation unterziehen, eine entsprechende Erklärung unterzeichnen, dass sie sich der Gefahr einer Stimmbandlähmung bewusst sind und sich dennoch dem Eingriff unterziehen.

Die zweite – etwas weniger bekannte – Form der möglichen Stimmprobleme ist die Schädigung des Nervus laryngeus superior. Dieser versorgt den m. cricothyreoideus, also den Muskel, der für die Stimmhöhe verantwortlich ist. Nach dieser Schädigung ist es plötzlich nicht mehr möglich, hoch zu singen. Auch die Stimmmodulation in der Sprechstimme ist nur noch über Atemdruck möglich. Die Stimme wird tiefer als zuvor. Diese Schädigung tritt seltener bei Struma-Operationen auf, ist aber generell bei Operationen im Halsbereich nie ganz auszuschließen.

Die am wenigsten bekannte Folge einer Operation im Halsbereich oder eines entsprechenden Traumas im Halsbereich durch Gewalteinwirkungen anderer Art ist das Problem, dass die Stimme nach einer Operation im Halsbereich auch ohne eine Recurrenzparese oder eine andere Schädigung eines Kehlkopfnerven plötzlich eng und gewürgt klingt. Die Betroffenen haben ein Fremdkörpergefühl im Hals, sie haben das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben und können nur mit Anstrengung sprechen. Das Singen oder die Stimmmodulation sind plötzlich ebenfalls nicht mehr möglich. In manchen Fällen fällt auch das Schlucken viel schwerer als zuvor.

Besonders tragisch ist es für Patienten, wenn die Stroboskopie (Kehlkopfspiegelung mit stroboskopischem Licht) des HNO-Arztes oder des Phoniaters ergibt, dass weder eine Lähmung des N. recurrenz ( n. laryngeus inferior) noch eine Lähmung des Nervus laryngeus superior festgestellt werden kann. Da medizinisch „alles in Ordnung“ ist, werden die Betroffenen häufig mit ihrem Problem alleine gelassen. Manche Patienten bekommen die Rückmeldung, sie würden sich das nur einbilden, da sei nichts. Sie sollten abwarten, das würde sich wieder geben. In manchen Fällen wird dann nach Ursachen an anderen Stellen gesucht. Das Problem wird in der Psyche der Patienten gesehen oder es wird ein Infekt oder eine Allergie oder ein Reflux (überschüssige Magensäure) vermutet. Die Betroffenen selbst wissen zwar, dass diese Stimmprobleme mit der Operation im Halsbereich oder mit dem Trauma im Halsbereich begonnen haben, werden aber mit dieser Wahrnehmung alleine gelassen. Vielfach erhalten sie noch nicht einmal Logopädie für ihre Stimmprobleme, da keine Recurrenzparese vorhanden ist.

Die meisten Betroffenen bleiben daher in solchen Fällen mit ihren Stimmproblemen alleine und bekommen keine adäquate Hilfe.

Stimmprobleme, die sich durch ein Fremdkörpergefühl im Hals oder einen engen und gewürgt klingenden Klang äußern, haben im Falle, dass die Kehlkopfnerven nicht verletzt wurden, auch in dem Sinne keine medizinischen – also keine organischen Ursachen. Es handelt sich aber dennoch um funktionelle Dysphonien. Darunter fasst man alle Stimmstörungen, die durch einen falschen Stimmgebrauch der Stimme ergeben. Bekannt sind hier auch nur in erster Linie hyperfunktionelle Dysphonien und hypofunktionelle Dysphonien. Erstere erkannt man daran, dass die Stimmlippen bei der Phonation zu fest zusammen gepresst werden, so dass der Klang zu eng klingt und aufgrund dessen kratzig und heiser wird. Bei einer hypofunktionellen Dysphonie ist der Klang hingegen verhaucht, weil die Stimmlippen sich zu wenig berühren und der Stimmlippenschluss unvollständig ist.

Die Stimmprobleme nach einer Halsoperation oder einem Kehlkopftrauma haben aber auch mit diesen typischen funktionellen Dysphonien wenig zu tun. Denn die Stimmprobleme wie ein gewürgt klingender Stimmklang oder plötzlich auftretende Probleme, nicht mehr hoch singen zu können oder nicht mehr mit der normalen Sprechmelodie zu sprechen, entstehen in erster Linie durch Verspannungen in der Einhängemuskulatur des Kehlkopfes.

Der Kehlkopf ist wie in einem Netz von Muskeln aufgehängt. Die Einhängemuskulatur ist die Muskulatur, welche den Kehlkopf von unten und von oben einspannt. Der Kehlkopf ist also nicht an einem starren Platz fixiert, sondern kann seine Position verändern. Das ist nötig, weil er zum Schlucken nach oben gezogen werden muss. Durch das Anheben des Kehlkopfes wird der Kehldeckel über die Stimmritze gelegt. Dies bewirkt, dass wir schlucken können, ohne uns zu verschlucken. Dieser Verschluss des Kehlkopfeingangs schützt uns also davor, dass Fremdkörper in die Lunge geraten können und wir ersticken.

Während einer Strumaoperation oder einer Operation im Halsbereich werden diese Muskeln zur Seite gezogen, damit an der betroffenen Stelle operiert werden kann. Je nachdem, wie lange diese Operation dauert, desto stärker ist die Zerrung des betroffenen Muskels. Das führt dazu, dass diese Muskulatur sich nach der Operation genauso verhält, wie ein Bein nach einer Sportverletzung durch Zerrung oder Verstauchung reagiert. Die meisten Menschen reagieren hier mit unbewussten Verspannungen und verkrampfen sich nach der Operation – manchmal noch monatelang – im Halsbereich. Meist sind diese Verspannungen auch noch auf einer Seite mehr als auf der anderen Seite. Die Folge ist, dass der Kehlkopf, welcher nur ein Knorpel ist, nach einer Seite hin verzogen ist. Das bedeutet auch für die Stimmlippen, dass Schwingungsunregelmäßigkeiten auftreten können, die dazu führen können, dass die Stimme plötzlich wegbricht. Wenn dies passiert, fängt der Betroffene an, zu kompensieren und versucht zum Beispiel, die Stimme durch Atemdruck aufrechtzuerhalten oder geht in einer Schonstimme und bekommt dann noch zusätzliche Stimmprobleme.

Hinzu kommt eine erhöhte Aktivierung der Kehlkopfheber und der Rachenringmuskulatur. Diese Muskeln, die beim Schlucken aktiviert werden und uns täglich vor dem Ersticken bewahren, werden auch bei Bedrohungsgefühlen (körperlich und seelisch) aktiv. Der gewürgte Stimmklang geht vor allem auf das Konto der zu starken Aktivierung der Muskeln der Schluckfunktion, die man auch als Schutzfunktion des Kehlkopfes bezeichnet.

Bei einer Strumaoperation kommt hinzu, dass nach der Entfernung der Schilddrüse die Muskeln, welche vorher über der Schilddrüse gelegen haben – dies sind die Kehlkopfsenker – plötzlich eine stärkere Muskelaktivität aufwenden müssen, um die gleiche Tiefe des Kehlkopfes beim Sprechen oder Singen zu bewirken. Die Folge ist, dass bei der gleichen bislang gewohnten Spannung in den Kehlkopfsenkern der Kehlkopf stärker als bisher beim Sprechen oder Singen nach oben treibt.
Damit wird eine Senkung des Kehldeckels über den Kehlkopfeingang erzeugt und das Muster des Schluckens während des Sprechens oder Singens ausgelöst.
Der Stimmklang klingt entsprechend gewürgt – also so, als würden wir beim Sprechen oder Singen eine Schlucktendenz haben.

Fazit: Stimmprobleme wie ein gewürgter oder wegbrechender Stimmklang, ein Globusgefühl oder eine Enge im Hals sind keine Einbildung, sondern das Ergebnis verspannter Muskulatur.

Hier hilft nur eine gezielte Stimmtherapie bei einer erfahrenen Therapeutin, die sich auch mit den komplexen Zusammenhängen zwischen Kehlkopf und dem Bereich der Einhängemuskulatur auskennt.

Dies ist eine basale Arbeit in der Stimmig-sein-Methode, die ohnehin gezielt am Abbau von Spannungen in diesem Bereich arbeitet. Denn unabhängig von Operationen im Halsbereich neigen wir alle dazu, die Muskeln der Schluckfunktion oder auch der Schutzfunktion beim Singen oder Sprechen zu viel einzusetzen, einfach, weil sie so gut trainiert sind (wir schlucken bis zu 2500 mal täglich) und auch, weil sie auch bei Stress unbewusst als Schutzmuster eingesetzt werden.

Einführungsseminare

„Stimmig sprechen & singen“

Einführungsseminar Gruppenarbeit
Einführungsseminar Gruppenarbeit

Termine der Einführungsseminare

1. Halbjahr 2022:
E1-2022: 21.-22. 05 2022

Es kann sein, dass noch weitere Termine im zweiten Halbjahr folgen. Wegen der Coronapandemie planen wir dies gegebenenfalls erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Zeiten

Samstag: 10.00 – 13:15 und 14:45 – 17.45 Uhr
Sonntag: 10.00 – 13.00 und 14:00 – 16:15 Uhr

Kosten

PrivatkundInnen: 260,- €, GeschäftskundInnen: 360,- €, Studierende (etc.): 190,- €
(Zur Unterscheidung zwischen PrivatkundInnen und GeschäftskundInnen bitte AGBs beachten). Informationen zu Rabatten erhalten Sie hier.

Fortbildungspunkte

Logopädische und musiktherapeutische Berufsgruppen erhalten für ein Einführungsseminar 13 Fortbildungspunkte.

Inhalte des Einführungsseminars

Im Einführungsseminar werden Sie die Grundlagen der Stimmig-sein-Methode® in Theorie und Praxis kennen lernen, welche für den Besuch der Vertiefungsseminare und der  Ausbildung notwendig sind.
Aber das Einführungsseminar ist auch für andere interessierte Personen gedacht, die die Methode kennenlernen und Erfahrungen mit der eigenen Stimme machen möchten.
Der Unterricht findet sowohl als Gruppen- als auch als Einzelunterricht in der Gruppe statt.

Das erwartet Sie:

  • Vortrag mit ersten praktischen Übungen
  • Hörwahrnehmung verbessern: Erleben Sie Vibrato und Brillanz (Gesangsformanten) in Instrumenten, anderen Stimmen und in der eigenen Stimme
  • Selbstorganisation der Stimme über Klangcode Brillanz und Vibrato
  • Spannungsregulierung (Eutonus) der Phonationsmuskulatur und der Artikulationsmuskulatur
  • Eigenmacht & Stimme: wie Sie Ihre Eigenmacht erfahren und verbessern können und wie sich dies auf die Stimme auswirkt
  • Einzelunterricht vor der Gruppe: hier werden Sie die Möglichkeit haben, ganz spezifische Themen zu bearbeiten. Bei größeren Gruppen wird der Einzelunterricht in Kleingruppen (wechselnd parallel zur Gruppenarbeit) angeboten.

Zur Stimmig-sein-Methode®

Die Stimmig-sein-Methode® ist eine funktionale Gesangspädagogik und ein Funktionales Stimmtraining mit einem psychointegralen Anteil.
Die Stimmig-sein-Methode® wird im Funktionalen Gesangsunterricht, in der Funktionalen Stimmbildung, in der Stimmtherapie und in der Musiktherapie bzw. in der psychologischen Beratung eingesetzt.

Die Stimmig-sein-Methode® arbeitet mit einer systemischen Selbstorganisation der Stimme:

Die Selbstorganisation der Stimme wird über eine bewusste Hörweise ausgelöst:

Im Ohr liegt ein obertonreicher „Klangcode“ verankert, der – wenn wir ihn wahrnehmen – eine Verbesserung des Tonus (Spannungsgrad der Muskeln) im gesamten Körper bewirkt. Dadurch werden funktionale Abläufe wie z.B. das Zusammenspiel der Kehlkopfmuskeln, Atmung, Haltung usw. harmonisiert (Funktionale Selbstorganisation).

Doch Stimme ist mehr als nur das perfekte Zusammenspiel verschiedener Muskeln:

In der Stimme drücken sich auch Stimmungen oder Unstimmigkeiten aus:
Wenn wir nicht mit uns im Einklang sind, wird die Schutzfunktion der Kehle (z.B. als “Kloß im Hals”) innerviert, was den Klang angestrengt und gepresst klingen lassen kann. Wenn wir jedoch eigenmächtig und authentisch unsere „innere Stimme“ sprechen lassen, bekommen wir einen raumgreifenden und gleichzeitig anstrengungslosen Klang. Diese Zusammenhänge macht sich die Stimmig-sein-Methode® zunutze, indem man über das bewusste Hören des Stimmklangs eine bessere Wahrnehmung für die eigenen Bedürfnisse und Gefühle entwickelt und so die „innere Stimme“ stimmlich wie psychisch befreien kann. (Psychointegrale Selbstorganisation).
Die Stimmig-sein-Methode® ist ein ressourcenorientierter Ansatz, der trotz – bzw. gerade wegen – des Fehlens von Leistungs- und Talentdenken große Stimmen hervorbringt und  sich für alle Menschen (Laien wie Profis) eignet, die ihre Stimme weiterentwickeln und mit ihr stimmig werden wollen. Nähere Informationen zur Stimmig-sein-Methode® erhalten Sie hier.

Zielgruppe des Einführungsseminars

Das Einführungsseminar richtet sich an alle Personen, die ihre Stimme verbessern oder etwas über den Zusammenhang zwischen Stimme und Psyche erfahren möchten.

Insbesondere im Berufsalltag sind viele Menschen auf ihre Stimme angewiesen:
In Sprechberufen aller Art wie beispielsweie als Anwalt /Anwältin, Callcenteragent oder als Lehrer /Lehrerin oder Verkäufer/in, bei Sängerinnen und Sängern, Schauspielerinnen und Schauspielern ist der funktionale Einsatz der Stimme ein wichtiges Medium der Kommunikation und des Auftretens.

Das Einführungsseminar richtet sich auch an Therapeutinnen und Therapeuten aus dem Bereich der Logopädie bzw. Sprachheilpädagogik, der Psychologie und der Musiktherapie sowie an Gesangslehrerinnen und -lehrer, Chorleiterinnen und Chorleiter, Stimmbildner und Stimmbildnerinnen, Atemtherapeut /innen, Sprecherzieher /innen, Ärtzte, Ärztinnen usw.

Da der Umgang mit der eigenen Stimme und die Hörarbeit  die Voraussetzung für eine spätere Anwendung der Methode bei eigenen Klienten ist, wird der Schwerpunkt des Einführungsseminars im praktischen Teil auf das Erleben der eigenen Stimme und das Kennenlernen eigener Themen sowie auf die Hospitation bei der Arbeit anderer Gruppenteilnehmer gelegt.
Daher ist das Seminar auch von Laien und Privatpersonen buchbar, die einen Zugang zu ihrer eigenen Stimme finden möchten.

Seminar-Anmeldung

Zur Anmeldung bitte hier klicken

Stimmtherapie

Wann wird logopädische Stimmtherapie nötig?

Logopädische Stimmtherapie wird dann nötig, wenn die Stimme einen pathologischen Befund aufweist. Funktionelle, psychogene und organische Dysphonien (Stimmstörungen) haben eines gemeinsam: eine chronische Heiserkeit oder Stimmlosigkeit und eine daerhaft anhaltende mangelnde Belastbarkeit der Stimme.

Woran kann man eine Stimmstörung erkennen?

Eine Stimmstörung erkennt man…
… am Stimmklang

Von einer Stimmstörung spricht man immer dann, wenn eine Stimme nicht nur vorübergehend ihren Stimmklang pathologisch verändert – die Stimme also zum Beispiel heiser, knarrend, verhaucht, schrill, gepresst, wegbrechend und wackelig, sehr leise oder sogar tonlos ist.

Eine Stimmstörung erkennt man …
… an Beschwerden beim Sprechen

Oft geht eine Stimmstörung mit zusätzlichen Beschwerden beim Sprechen einher wie Sprechanstrengung, trockenem Hals, Reizhusten oder Räusperzwang, vermehrter Schleimbildung, häufigen Kehlkopfentzündungen, Halsschmerzen, Engegefühlen im Kehlkopf, ein Kloßgefühl im Hals oder Atemnot und zu kurzer Tonhaltedauer.

Ist es eine Stimmstörung…
…wenn man nicht gut singen kann?

Grundsätzlich nein, aber es gibt Ausnahmen von der Regel. Treten die Stimmprobleme nur beim Singen auf, wird dies in der Regel erst dann als eine Singstimmstörung (Dysodie) angesehen, wenn diese Probleme bei (Berufs-)SängerInnen auftreten, die vorher gut singen konnten und nun zum Beispiel nach der Operation Stimmprobleme auftreten. Dann ist eine Wiederherstellung des vorherigen Status über die Krankenkasse möglich. Um eine Verbesserung des Singens bei Arien, Koloraturen, Registerbruch usw. zu erreichen, ist bei SängerInnen mit einer Stimmstörung eine Kombination aus logopädischer Behandlung und selbstbezahltem Gesangsunterricht anzuraten.

Wenn Sie sich für Stimmtherapie bei uns interessieren, finden Sie weitere Informationen unter:

www.stimmtherapiepraxis.de

Psyche pur

Psychologische Paarberatung und Einzelberatung

Dipl.-Psychologin Uta Himmelmann
Dipl.-Psychologin
Uta Himmelmann

Unter dem Motto „Psyche pur“ bietet Ihnen Ihnen Dipl. Psychologin Uta Himmelmann bei Paarkonflikten, Alltagsproblemen, in Umbruchs- und Neuorientierungssituationen, Berufs(neu)findung oder Ähnlichem lösungsorientierte, gegenwartsbezogene und ressourcenstärkende Gespräche an.

Als psychologische Beraterin kann sie Ihnen bei ungelösten Problemen durch die Anwendung von Gesprächstechniken mit dem Ziel, Sie bei Ihrer eigenen Lösungsfindung zu begleiten, Orientierung und Hilfe für das Finden der geeigneten eigenen Lösung geben.
Denn Lösungen, die sich aus Ihnen selbst heraus entwickeln, sind die besten, was bei Paaren besonders wichtig ist, weil dann beide hinter der gemeinsam gefundenen Lösung stehen.

Als Methode verwendet sie vor allem die Methoden der lösungsorientierten Kurztherapie nach De Shazer und der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie nach Rogers. Auf diese Weise werden Sie dabei unterstützt, positiv mit Ihren Problemen umzugehen und (gemeinsam) Lösungen zu finden.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.hilfe-zur-klaerung.de.

Die Einzelberatung dauert 60 Minuten. Paarberatungen dauern jeweils 90 Minuten.

Kosten auf Anfrage

Stimme pur

Unter dem Schwerpunkt „Stimme pur“ erhalten Sie Gesangsunterricht und Stimmbildung und auch Gesangsunterricht zur Verbesserung des Instrumentalspiels (Übertragung des Gesangsklangs mit Gesangsformanten, Vibrato und z.B. einer verbesserten Atemtechnik auf das Instrumentalspiel).
Wenn Sie eine logopädische Verordnung erhalten haben, bietet Dipl.-Sprachheilpädagogin Uta Feuerstein auch logopädische Stimmtherapien über die Krankenkasse an.

Funktionale Stimmbildung und Gesangsunterricht

Wir bieten funktionale Stimmbildung bzw. funktionalen Gesangsunterricht an.

Was bedeutet „funktional“? Mit einer funktionalen Stimmgebung ist gemeint, dass für die Stimmbildung nur die Muskeln – ohne ein Zuviel oder Zuwenig an Spannung – eingesetzt werden, die für die Phonation benötigt werden und für die Stimme zuständig sind. Beispielsweise wird anders als in herkömmlichen Stimmbildungsmethode nicht mit Atemdruck gearbeitet, nicht mit dem „Lächeln beim hohen Ton“ (verstärkte Lippen- und Gaumenspannung) und auch nicht mit einer verstärkten Artikulation.
Diese häufig angewendeten Stimmtricks sind Kompensationstechniken, die man häufig auch als Laie unbewusst einsetzt, wenn die eigentlichen Stimm- und Atemmuskeln noch nicht ausreichend arbeiten. Diese Stimmtricks verschlechtern die Stimme, sie führen zu Enge im Klang und können langfristig zu Stimmstörungen führen.

Die eigentliche Stimmmuskulatur, die wir im funktionalen Gesang und im funktionalen Sprechen anwenden, ist aber dem Bewusstsein wenig zugänglich. Man kann die innere Kehlkopfmuskulatur nicht in der gleichen Weise bewusst steuern, wie z.B. die Armmuskulatur. Dennoch gibt es sogenannte Naturstimmen, die sich schon von Natur aus sehr schön anhören. Die Stimme hat sich in diesen Fällen „wie von selbst“ erschaffen.
Dies ist aber nicht nur durch Genetik erklärbar, wie viele annehmen, sondern in erster Linie durch ein besseres Gehör, da die Stimme sich über das Gehör entwickelt und auch darüber beeinflussen lässt.
In der funktioalen Arbeit wird daher über eine Verbesserung der Hörwahrnehmung die Aufmerksamkein auf Obertöne und auf das Vibrato der Stimme gelenkt. Beide Klanganteile sind ein Ausdruck einer funktionalen Stimme und beide Klanganteile bewirken über neurologische Wege eines Harmonisierung des Körpertonus. Dadurch wird eine systemische Selbstorganisation einer funktionalen – also gesunden und leistungsfähigen – Stimmfunktion angeregt. Dies wird unterstützt durch Übungen, die dysfunktionale Körpermuster wie einen verspannten Kiefer oder eine Atempresse abbauen und helfen, funktionale Körpermuster wie eine entspannte und tiefe Bauchatmung zu unterstützen.
Dieser Anteil der Methode basiert auf der Funktionalen Methode nach Gisela Rohmert und dem Funktionalen Stimmtraining, wurde aber von uns in vielen Bereichen weiterentwickelt und verbessert.

Der Einzelunterricht dauert 45 Minuten – 60 Min. Kosten auf Anfrage.

Mehr zu Gesangsunterricht und Stimmtraining finden Sie hier.
Mehr zum Thema Stimmtherapie finden Sie unter www.stimmtherapiepraxis.de

Stimmig-sein-Methode®

Die Funktionale Selbstorganisation der Stimme in der Stimmig-sein-Methode

Hängt eine gute Stimme von einem angeborenen Talent ab?
Oft wird davon ausgegangen, dass eine schöne Stimme allein sogenannten “Talentierten” vorbehalten sei. Menschen, die schief singen oder nur einen geringen Tonhöhenumfang haben, werden in herkömmlichen Gesangsmethoden häufig von vorneherein aussortiert. Auch Sprechern (z.B. Rundfunksprechern) sagt man häufig eine angeborene Stimmfülle nach. Die Stimme ist zwar auch bedingt angeboren, sie ist aber sehr viel veränderbarer, als gemeinhin angenommen.
Tatsache ist aber, dass eine klangvolle und leistungsfähige Stimme über eine angeborene Selbstorganisationsfähigkeit des Körpers bzw. der Stimme prinzipiell allen Menschen zugänglich ist.

Die systemische Selbstorganisationsfähigkeit der Stimme über Obertongruppen
(Gesangsformanten):

Die Selbstregulation der Stimme wird über eine bewusste Hörweise ausgelöst:
Im menschlichen Ohr werden bestimmte Obertöne verstärkt: diese liegen bei 3000, 5000 und 8000 Hertz. Treten diese Obertöne in der eigenen Stimme  im Klangspektrum lauter hervor (sogenannte Gesangsformanten), so klingt die Stimme sehr brillant, raumgreifend und tragfähig. Gleichzeitig führt das Hören dieser Gesangsformanten dazu, dass über einen neurologischen Weg die Abstimmung der Muskeln verbessert wird: Muskeln, die wir zum Singen und Sprechen brauchen, werden so rein über das Hören der Gesangsformanten besser koordiniert. Dies führt dazu, dass sich die vielen Muskeln, die an der Stimmgebung beteiligt sind (immerhin ca. 100 Muskeln!) miteinander harmonisieren können. Das Ergebnis ist ein müheloses und dennoch voluminöseres Sprechen und Singen und eine leistungsfähigere und flexiblere Stimme.

Die systemische Selbstorganisationsfähigkeit der Stimme über das Vibrato:

Auch das Vibrato hat diesen Effekt: das Vibrato ist eine angeborene Stimmschwankung um ca. 6 Hertz (Pulse pro Sekunde). Menschen, die ohne Vibrato singen, unterdrücken diesen für die Muskeln wichtigen Stimmrhythmus, indem sie die Stimmmuskulatur zu sehr anspannen, was zu Anstrengungsgefühlen oder bei intensivem Singen sogar zu organischen Stimmstörungen wie Sängerknötchen führen kann. Das Vibrato zuzulassen fördert wiederum über einen neurologischen Weg die bessere Koordination der Muskeln und es entspannt uns fühlbar. Auch verhilft das Vibrato der Stimme zu einer nie geahnten Leichtigkeit und einem großen Stimmvolumen.

Körperübungen in der Stimmarbeit:

Zusätzlich zu der Verbesserung der Hörwahrnehmung, wird am Abbau von Verspannungen gearbeitet, die – leider nicht selten – in anderen Stimmmodellen antrainiert wurden und der Stimme schaden: so braucht eine gute Stimme es nicht, „gestützt“ zu werden – meist pressen die Sänger die Luft mit der Bauchmuskulatur heraus, was die Stimmlippen zu sehr belastet. In manchen Methoden geht man auch davon aus, dass nur ein weit geöffneter Kiefer oder eine starke Artikulation zu einem guten Klang verhelfe – in Wirklichkeit macht eine starke Artikulation die Arbeit des Kehlkopfs über Muskelketten unflexibel.
Im funktionalen Gesangsunterricht bzw. in der Funktionalen Stimmbildung werden daher auch allgemeine Verspannungen (wieder) abgebaut, damit eine Grundlage für die Selbstorganisation der Stimme geschaffen werden kann. Wenn sich dann – unterstützt durch Hörwahrnehmungsübungen –  in der Stimme die ersten Obertöne und das Vibrato entwickeln, können diese die Selbstorganisation der Stimme auslösen.

Psychointegrale Selbstorganisation der Stimme in der Stimmig-sein-Methode

Stimme und Emotionen

Doch die Stimme drückt auch Emotionen aus. Viele Redewendungen „singen eine Lied“ davon: man spricht vom „Kloß im Hals“ bei Angst, vom stimmig oder unstimmig sein, von Stimmungen oder von stimmungsvollen Anlässen. Manchmal bekommt man einen „Hals“ vor Wut oder es verschlägt einem in „tonlosem Entsetzen“ die Sprache. Dass Stimme und Psyche miteinander in einer engen Verbindung stehen, ist also eine Volksweisheit. In der Stimmig-sein- Methode® haben wir die Gründe für diese enge Beziehung zwischen Stimme und Psyche auch wissenschaftlich erforscht und die Erkenntnisse praktisch umgesetzt.

Warum sich die Psyche in der Stimme ausdrückt

Der Kehlkopf ist nicht nur ein Kommunikationsinstrument, sondern in erster Linie dazu da, die Luftröhre von der Speiseröhre zu trennen. So öffnet er sich, wenn wir atmen möchten und verschließt sich, wenn wir essen und trinken, damit wir uns nicht verschlucken – ein überlebenswichtiger Mechanismus. Diese physiologische Schutzfunktion macht sich aber auch psychisch bemerkbar: wenn wir uns bedroht fühlen, wird es ebenfalls eng in der Kehle: wir bekommen den typischen Kloß im Hals und die Stimme wird eng. Wenn wir wütend sind, reagiert unsere Stimme nicht viel anders, als wenn wir schon etwas „in den falschen Hals bekommen“ hätten, wir brüllen den Menschen mit genau denselben Muskeln an, die wir auch benötigen, wenn wir husten, um verschluckte Speisen und Flüssigkeiten wieder hinausbefördern. Wenn wir uns ohnmächtig fühlen, reagieren wir mit zu geringer Schutzfunktion: der Kehlkopf schließt zu wenig: die Stimme wird verhaucht oder sogar tonlos: uns geht die Luft aus, wir stehen sprachlos und tonlos da.
Fühlen wir uns jedoch selbstbestimmt und haben das Gefühl, im Einklang mit unseren Bedürfnissen handeln zu können (was wir in der Stimmig-sein- Methode® als „Eigenmacht“ bezeichnen), so öffnet sich die Stimme, wird raumgreifend, strahlend (brillant) und klar.

Wie werden diese Erkenntnisse in der Stimmig-sein- Methode® umgesetzt?

Diese Zusammenhänge macht sich die Stimmig-sein- Methode® zunutze, indem man über das bewusste Hören des Stimmklangs eine bessere Wahrnehmung für die eigenen Bedürfnisse und Gefühle entwickelt und so die “innere Stimme” stimmlich wie psychisch befreien kann. Sie lernen also über die Stimme, herauszufinden, was Sie wirklich fühlen. Vielfach denken wir, über unsere Gefühle Bescheid zu wissen. Der Stimmklang gibt dann eine überaus präzise Rückmeldung, ob wir mit unserer Wahrnehmung richtig liegen oder nicht. So kann diese psychointegrale Arbeit der Stimmig-sein- Methode® ein reines Gespräch gut ergänzen, gerade dann, wenn man ein „Kopfmensch“ ist.

Stimme als Wegweiser

Die Stimme kann daher zum Wegweiser werden: vorgestellte Lösungen, die gemeinsam im Gespräch herausgearbeitet werden, werden dem „Stimmtest“ unterzogen: sind die Lösungen stimmig oder nicht? Dieses therapeutische Mittel nennen wir „Klangstellen“. Übrigens kann diese Methode sowohl einzeln als auch als Paar hervorragend eingesetzt werden. Angst davor, nicht richtig mit der Stimme umgehen zu können, müssen Sie nicht haben, denn Musikalität ist nicht erforderlich, lediglich die Lust, sich auf diese erlebnisaktivierende Art der Klang-Körperarbeit bzw. Musiktherapie einzulassen. Aber auch für MusikerInnen ist dieser psychointegrale Anteil der Methode spannend: denn auch wenn wir vorwiegend an der Stimmfunktion arbeiten, kann es auch dem besten Sänger einmal bei Auftrittsängsten eng in der Stimme werden oder die Stimme erreicht nicht ihre Bestform, wenn man gerade mit einem Mitmenschen Streit hat. Auch hier hilft die Stimme als Wegweiser, Probleme zu lösen und damit auch die Stimme wieder zu befreien!

Funktionales Stimmtraining & Lichtenberger Methode als Vorläufermethoden der Stimmig-sein-Methode®

Die Stimmig-sein-Methode® hat ihre Wurzeln in der Funktionalen Methode nach Gisela Rohmert (auch Lichtenberger Methode) und dem Funktionalen Stimmtraining (Cornelius Reid, Eugen Rabine, Peter Jacoby und andere). Der Grundgedanke für ein funktionales Stimmtraining stammt von dem Amerikaner Cornelius Reid. Dieser war der Lehrer von Eugen Rabine. Eugen Rabine wurde in den USA geboren und brachte den funktionalen Ansatz in den achziger Jahren in die Arbeitsgruppe um Professor Dr. Walter Rohmert ein. Professor Dr. Walter Rohmert war Professor für Arbeitswissenschaften. Das Ziel der Arbeitsgruppe um Professor Rohmert war es, herauszufinden, welche Herangehensweisen es ermöglichen, als Sänger oder Sängerin ein Leben lang eine gesunde Stimmfunktion zu erhalten. Die Veröffentlichung dieser Arbeitsgruppe „Grundzüge des Funktionalen Stimmtrainings“ und zahlreiche Doktorarbeiten und Symposiumsberichte entstanden, wie man die Stimme differenziert trainieren könnte. Gleichzeitig wurde das Lichtenberger Institut für Gesang und Instrumentalspiel gegründet. Hier wurden die Erkenntnisse zunächst an einer kleinen Anzahl von Schülern erprobt. Schließlich entstand ein Seminarhaus. Das Funktionale Stimmtraining unter Eugen Rabine spaltete sich dann vom Lichtenberger Institut ab. Gisela Rohmert, die Ehefrau von Prof. Walter Rohmert, selbst Konzertsängerin, hatte im Gegensatz zu Eugen Rabine den Klang und das Hören auf den Klang als zentrales Steuerungselement der Stimme entdeckt. Sie stellte eine systemische Theorie der Selbstorganisation der Stimme über das Hören von Gesangsformanten und Vibrato auf, über das Uta Feuerstein in ihrem Buch „Stimmig sein“ im Jahr 2000 eine gute und vor allem verständliche Zusammenfassung geschrieben hat.

Als Methodengründerinnen der Stimmig-sein-Methode®, die wir beide 10 Jahre die Lichtenberger Methode erlernt haben, sahen wir aber bei beiden Ansätzen Schwächen. So fehlt im Funktionalen Stimmtraining der systemische Grundgedanke bzw. er wird nicht genug erkennbar. Ziel des Funktionalen Stimmtrainings ist es, eine möglichst reflexhafte, „schöne Stimme“ zu erreichen – wie diese genau sein sollte, wird zu wenig spezifiziert.
Hier hat Gisela Rohmert mit dem Ansatz der systemischen Ordner „Gesangsformanten“ (Brillanz) und Vibrato einen wichtigen Schritt getan, um das Ziel, eine „schöne Stimme“ anzustreben, nicht der Geschmacksbeliebigkeit und der Mode zu unterwerfen. Bei Gisela Rohmert wurde mit den Jahren jedoch der ursprünglich wissenschaftliche Ansatz, die Genauigkeit im Umgang mit Anatomie und Physiologie immer mehr verwässert. Vielfach werden Wirkzusammenhänge im Körper aufgrund von Ähnlichkeiten im Aussehen eines Körperteils anstatt von nachvollziehbaren Erklärungsansätzen wie zum Beispiel Muskelschlingen usw. erklärt. Dies kritisiert Uta Feuerstein bereits im Buch „Stimmig sein“ im Bereich der Erklärung der von Rohmert beschriebenen „Diaphragmenkette“.
Daher haben wir in der Weiterentwicklung der Methode zur Stimmig-sein-Methode® viel Wert auf wissenschaftlich nachvollziehbare Erklärungsmodelle und eine ebenso ausgerichtete nachvollziehbare Stimmpädagogik geachtet. Wir haben aufgrund dieses Herangehens viele neue funktionale Übungen entwickelt, welche in den Ursprungsmethoden fehlen.

Hinzu kam natürlich der psychologische Aspekt. Der Name Stimmig-sein-Methode® wurde von uns gewählt, weil wir einen entscheidenden weiteren Stimmordner entdeckt haben: die Eigenmacht. Die Eigenmacht stellte sich als übergeordneter systemischer Ordner heraus: Denn wenn ein Mensch sich bedroht fühlt, wird die Schutzfunktion des Kehlkopfs immer die Stimmfunktion dominieren. Daher ist es wichtig, die Eigenmacht zu stärken, um die Stimme zu befreien.

Stimme im Alter

Singen im Alter

Viele Sänger kennen das Problem, dass sich die Stimme im Alter verändert: wer früher noch in höchste Höhen singen konnte, ist plötzlich im Alter mit einem Verlust an Höhe und einem größer werdenden Vibrato konfrontiert. Nicht selten wird es schwieriger Töne zu halten oder es schleicht sich eine Heiserkeit ein oder man erlebt sogar ein Wegbrechen der Stimme. Schließlich verlässt man den Chor, in dem man so lange glücklich gesungen hat.

Sprechen im Alter

Auch beim Sprechen verändert sich die Stimme im Alter. Auch hier erleben viele Senioren eine Zunahme an Heiserkeit, eine geringere Belastbarkeit und eine geringere Atemkapazität.

Warum verändert sich die Stimme im Alter?

Warum wird die Stimme im Alter bei Frauen tiefer, warum wird die Stimme im Alter bei Männern dünner und leiser? Warum treten häufiger Heiserkeit und Erschöpfung der Stimme auf?

Daran schuld sei – so denkt man – allein das Alter. Ist die Stimme im Alter eine andere als in jungen Jahren?

Zum Teil ist das richtig. Denn das Bindegewebe wird dehnbarer, der Kehlkopf, der eigentlich ein Knorpel ist, beginnt allmählich zu verknöchern. Frauen in der Menopause erleben das Tiefer-werden der Stimme extrem, da durch die Abnahme an weiblichen Hormonen die Muskelmasse des Stimmmuskels stärker wird und daher die Stimme tiefer wird. Männer erleben hingegen eine Abnahme an Muskelmasse und damit im hohen Alter eine fisteligere Stimme – der sogenannte Greisendiskant. Die Stimme im Alter ist also tatsächlich anders als die Stimme in der Jugend. Dennoch gibt es auch Gegenbeispiele von Sängern, die sich ihre gute Stimme im Alter erhalten. Womit hängt das zusammen?

Viele Stimmprobleme würden aber gar nicht oder nicht so extrem und schon gar nicht so früh auftreten, wenn man eine richtige Stimmtechnik verwenden würde. Denn viele Probleme der Stimme ergeben sich schlicht aus dem jahrelangen Fehlgebrauch der Stimme, die irgendwann zu Buche schlägt.
Gerade Frauen haben häufig auch in der Tiefe eine weniger volle Stimme – das kann nicht mit der Abnahme an weiblichen Hormonen erklärt werden – im Gegenteil: die Stimme müsste bei Frauen im Alter sogar in der Tiefe kräftiger werden. Wenn Frauen aber ihr Leben lang zu hoch und verhaucht gesprochen und gesungen haben, wirkt sich das durch eine immer stärker werdende Heiserkeit aus. Hier muss Muskelaufbau betrieben werden, um die Stimme wieder zu kräftigen. Dies hilft auch gegen ein ausuferndes Vibrato. Auch bei Männern ist häufig eine Erschlaffung der Stimmmuskulatur aufzuhalten. Nicht selten ist im Laufe der Jahre ein Zuviel an Spannung entstanden, welche die Stimme ermüden lässt.
Außerdem lässt sich die Stimmkapazität auch im hohen Alter noch erweitern. Gerade durch den funktionalen Selbstorganisationsansatz der Stimmig sein-Methode® kann die Stimme lernen, im Rahmen der körperlichen Möglichkeiten ein Optimum herauszuholen. Und dann kann die Stimme im Alter durch funktionale Stimmbildung bzw. funktionalen Gesangsunterricht häufig sogar besser werden als in jüngeren Jahren…

Intonationsprobleme

Sie konnten einmal gut „grade singen“, es gelingt Ihnen aber nun nicht mehr?

Intonationsprobleme beim Singen haben häufig nichts mit mangelnder Musikalität zu tun. Wie bereits unter dem Punkt Musikalität beschrieben, kann man es lernen, Töne richtig zu treffen, man kann es aber leider auch wieder verlernen.

Die sich plötzlich oder schleichend einstellenden Intonationsprobleme haben meist die Ursache in funktionellen Stimmproblemen, sprich einer falschen Singtechnik, die in der Regel mit einer Überanstrengung und sich erst nach einiger Zeit einschleichenden Erschöpfung einhergeht. Was lange Zeit gut gegangen sein mag, was Sie vielleicht sogar eine Zeit lang als Sänger oder Sängerin erfolgreich gemacht hat, wird nun auf einmal zum Problem. Die zu hohe Spannung und die sich daraus ergebende Erschöpfung der Singstimme führt nun zum plötzlichen „Detonieren“, dem zeitweiligen Absacken der Stimme, gerade, wenn eine Melodieführung nach unten geht. Umgekehrt singen viele zu hoch, wenn sie in die Höhe singen müssen oder plötzlich lauter singen wollen. Auch das Meiden des sogenannten Registerbruchs zum Beispiel beim sogenannten „Belten“ führt auf kurz oder lang zu Unsauberkeiten der Stimme.

Die Verspannungen, die sich durch das Nachahmen und durch die Angst, falsch oder hässlich zu singen, bilden, sind meist die eigentliche Ursache für falsches Singen. Diese Verspannungen werden in der Stimmig-sein- Methode® wieder abgebaut.

Die Fähigkeit der Stimme über das Vibrato und über die Gesangsformanten zur Selbstregulation zu finden, sind hingegen bei allen Menschen angeboren. Das Ohr verstärkt ebendie Frequenzen (3000, 5000 und 8000 Hz), die man für die Stimme benötigt, um einen funktionalen Klang herzustellen. Auch das Vibrato entwickelt sich von selbst, wenn man dies nicht durch Verspannungen verhindert. Mit zusätzlicher Gehörbildung ist dann das Treffen von Tönen ebenfalls kein Problem mehr.

Viele SängerInnen trauen sich – gerade, wenn sie sich als Sänger einen Namen gemacht haben – nicht offen darüber zu sprechen. Viele glauben, mit dem Problem alleine zu sein. Bei uns gehen viele Sänger aus und ein, die das Ende ihrer Karriere fürchten mussten und nun wieder erfolgreich – aber mit funktionalerem Klang – auf der Bühne stehen!

Musikalität

Viele Menschen gehen davon aus, dass eine gute Stimme angeboren sei und dass die Fähigkeit, zu singen und Töne zu treffen, nicht erlernbar ist.

Obwohl es stimmt, dass wir auch von dem geprägt sind, welche Vorerfahrungen an uns weiter vererbt worden sind, können diese Möglichkeiten entweder verkümmern oder sie können geschult werden. Andersherum ist es aber auch möglich, auch nach Generationen von Vorfahren, die sich nicht mit Musik beschäftigt haben, erstmals damit anzufangen.

In der Regel kommen Kunden erzählen uns KundInnen aber nicht, wie musikalisch oder unmusikalisch ihre Eltern gewesen sind, sondern das Urteil über Musikalität trifft in der Regel jemand anders – z.B. ein/e GrundschullehrerIn, die/der ein Kind aus dem Chor nimmt, da es „unmusikalisch“ sei – oder ein Bruder, der sagt: „hör auf zu singen, das klingt ja wie eine Gießkanne!“ oder aber auch Eltern, die ihren Kindern jede Lautäußerung als störend verbieten.

Die Folge ist dann meist ein frühes Verstummen – meist nicht nur im Bereich des Gesanges.

Dass Kinder von Anbeginn ihre „Musikalität unter Beweis stellen, indem sie grade singen oder dass sich eine schöne Stimmen von Anfang an zeigt, ist ein Gerücht. Die meisten Kinder singen anfangs schief – Übung macht eben auch hier den Meister. Hinzu kommen Singvorbilder – heutzutage können auch viele Erwachsene nicht mehr frei und locker singen und bringen Kindern eher ein Gröhlen, denn echtes Singen bei, was von den Kindern unbewusst nachgeahmt wird, so wie sie in eine regionale Sprechmelodie oder einen Dialekt ebenso selbstverständlich hineinwachsen.

Die Verspannungen, die sich durch das Nachahmen und durch die Angst, falsch oder hässlich zu singen, bilden, sind meist die eigentliche Ursache für falsches Singen. Diese Verspannungen werden in der Stimmig-sein- Methode® wieder abgebaut.

Die Fähigkeit der Stimme über das Vibrato und über die Gesangsformanten zur Selbstregulation zu finden, sind hingegen bei allen Menschen angeboren. Das Ohr verstärkt ebendie Frequenzen (3000, 5000 und 8000 Hz), die man für die Stimme benötigt, um einen funktionalen Klang herzustellen. Auch das Vibrato entwickelt sich von selbst, wenn man dies nicht durch Verspannungen verhindert. Mit zusätzlicher Gehörbildung ist dann das Treffen von Tönen ebenfalls kein Problem mehr.

So hatten wir schon unmusikalisch geglaubte Menschen, die einen Stimmumfang von einer kleinen Terz in der Bruststimme hatten und nach dem Unterricht schließlich mit einem großen Tonhöhenumfang im Chor mitsingen konnten.